Warum das Sachsenbad seit 30 Jahren leer steht: Politischer Stillstand?

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Pieschen 2025: Seit 30 Jahren Leerstand des Sachsenbads – Bauantrag verzögert, Stadtrat entscheidet im Dezember über Zukunft.

Pieschen 2025: Seit 30 Jahren Leerstand des Sachsenbads – Bauantrag verzögert, Stadtrat entscheidet im Dezember über Zukunft.
Pieschen 2025: Seit 30 Jahren Leerstand des Sachsenbads – Bauantrag verzögert, Stadtrat entscheidet im Dezember über Zukunft.

Warum das Sachsenbad seit 30 Jahren leer steht: Politischer Stillstand?

Das Sachsenbad in Pieschen, das seit 1994 leersteht, sorgt weiterhin für Unruhe in der Dresdner Politik. Ursprünglich war geplant, das denkmalgeschützte Gebäude in ein modernes Multifunktionszentrum umzuwandeln, in dem unter anderem Büros, ein Yogastudio und eine Saunawelt Platz finden sollten. Ein Kaufvertrag mit der Stadt, der im Jahr 2021 für 1,1 Millionen Euro unterzeichnet wurde, sollte der ersten Umsetzung dieses Plans eine Grundlage bieten. Doch bis heute ist der erhoffte Bauantrag noch nicht eingereicht worden. Das gab André Schollbach, der Fraktionsvorsitzende der Linken, kürzlich bekannt.

Zwar sollte bis Juli 2024 eine entsprechenden Antragstellung erfolgen, doch diese Frist wurde mittlerweile auf Januar 2026 verschoben. „Wir warten seit Jahren auf Fortschritte, und bisher gibt es nichts Konkretes“, so Schollbach. Im Februar 2023 wurde bekannt, dass große Teile des Gebäudes in einem maroden Zustand und schadstoffbelastet sind, was die Situation weiter verkompliziert.

Geplante Abrissarbeiten und Neubau

Die aktuellen Pläne sehen nicht nur einen Abriss der alten Bausubstanz vor, sondern auch einen Neubau, der bis auf das nördliche Nachbargrundstück ausgedehnt werden soll. Dieser Aspekt ruft immer wieder kritische Stimmen aus der Lokalpolitik auf den Plan, da es zahlreiche offene Fragen zu Abstandsflächen und Wegerechten gibt, die dringend geklärt werden müssen. Der Stadtrat hat für Dezember eine Entscheidung über die Ankaufsvorlage von mindestens 605.000 Euro anberaumt, die eine wichtige Grundlage für das weitere Vorgehen sein könnte.

André Powilleit, der Projektleiter von Montis, betont, dass man nach dem Ratsbeschluss im Dezember endlich mit der Einreichung des Bauantrages beginnen möchte. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Projekt im Jahr 2029 bereits fertiggestellt und eröffnet werden. Allerdings könnte der Verkauf des angrenzenden Grundstücks auch neue Fristen für den Bauantrag nach sich ziehen, was die Sache erneut in die Länge ziehen könnte.

Ein Blick auf die Rahmenbedingungen

Was viele nicht wissen: Bei der Einreichung von Bauanträgen muss oft ein ausgeklügeltes Verfahren durchlaufen werden. Zum Beispiel können nur berechtigte Personen, wie Vermessungsstellen oder Notare, Daten aus dem Liegenschaftskataster abrufen. Dies stellt sicher, dass die Informationen, die zur Antragstellung benötigt werden, rechtlich abgesichert sind. So muss jeder digitale Antrag den Verwendungszweck für Eigentümerdaten enthalten, und in Fällen, in denen Zugang im Auftrag einer Organisation gewährt wird, ist eine entsprechende Vollmacht erforderlich.

Im Kern zeigt die Situation um das Sachsenbad, dass große Projekte nicht nur eine Frage der finanziellen Mittel sind, sondern auch von rechtlichen und planerischen Aspekten abhängen. Der Weg zu einem modernisierten Sachsenbad ist noch weit und die Geduld der Bürger wird weiter auf die Probe gestellt. Die Hoffnung, bald erste handfeste Fortschritte zu sehen, bleibt bestehen.