20 Jahre CNT Dresden: Innovationszentrum für die Mikroelektronik!

20 Jahre CNT Dresden: Innovationszentrum für die Mikroelektronik!
Die Mikroelektronikbranche in Deutschland feiert ein besonderes Jubiläum: Das Fraunhofer-Zentrum für Nanoelektronik-Technologien (CNT) in Dresden wurde vor 20 Jahren gegründet. Dieses Fachzentrum hat sich im Laufe der Jahre zu einer zentralen Institution für Halbleiterforschung und -entwicklung in Deutschland und Europa entwickelt. Laut Dresdner Neueste Nachrichten steht das CNT in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Akteuren wie AMD und Infineon und hat sich als öffentlich-private Gemeinschaftseinrichtung etabliert.
Die Gründung des CNT geht auf die damalige Bedarfslage in der Mikrotechnologie zurück. Besonders nach der Insolvenz von Qimonda im Jahr 2009 übernahm das Fraunhofer-Institut für photonische Mikrosysteme (IPMS) 2013 das CNT. Diese Übernahme war der Schlüssel zur Weiterentwicklung des Zentrums und seiner Vision, innovative Chips zu entwickeln.
Forschung und Innovation
Mit einem 300-mm-Forschungsreinraum, der in Europa eine Seltenheit darstellt, bietet das CNT optimale Bedingungen für die Forschung und Entwicklung industrieller Chip-Prozesse. Hier können 300 mm große Siliziumscheiben, auch Wafer genannt, bearbeitet werden, was schnelle Innovationszyklen und somit eine führende Rolle in der Halbleitertechnologie ermöglicht.
Im Jahr 2019 began das CNT aufgrund der Kapazitätserweiterungen von Infineon einen Umzug. Der neue Standort, eine ehemalige Elektronikpapier-Fabrik von Plastic Logic, wurde zum neuen Zuhause des „Fraunhofer Center for Advanced CMOS & Heterointegration Saxony“ (Ceasax), das durch die paneuropäische Chiplet-Pilotanlage „Apecs“ ergänzt wird. Der neue Reinraum umfasst eine beeindruckende Fläche von rund 4.000 Quadratmetern.
Das CNT fokussiert sich weiterhin auf die Entwicklung von Quantencomputer- und neuromorphen Chips sowie hoch integrierten Hybridschaltkreisen. Diese Forschungsrichtungen könnten in naher Zukunft dazu führen, dass neue Unternehmen aus dem CNT herausgegründet werden. Der Beitrag des CNT zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Mikroelektronikstandorts Silicon Saxony wird von der sächsischen Landesregierung als entscheidend eingestuft.
Die Rolle von Fraunhofer
Das Fraunhofer-Institut, zu dem das CNT gehört, wurde 1949 gegründet und hat sich seitdem einen Namen gemacht, indem es innovative Lösungen mit der Industrie und Forschung in die Praxis umsetzt. Fraunhofer sieht sich angesichts globaler Herausforderungen — wie geopolitischen Konflikten, demographischem Wandel und den Herausforderungen durch Klima- und Energiekrisen — in der Verantwortung, ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Sie sind überzeugt, dass diese Herausforderungen auch Chancen zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft bieten.
Das Fraunhofer-Modell basiert auf der Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie, Forschung und dem öffentlichen Sektor, um Antworten auf komplexe Fragen unserer Zeit zu finden. Der Fokus auf Wissensvermittlung bildet das Rückgrat des Innovationssystems von Fraunhofer.
Insgesamt zeichnet sich das CNT durch eine bemerkenswerte Kombination aus fortschrittlicher Forschung, direkter Zusammenarbeit mit der Industrie und einem klaren Blick in die Zukunft aus. Die nächsten Jahre dürften spannend werden, nicht nur für das Zentrum selbst, sondern auch für den gesamten Mikroelektronik-Cluster in Sachsen.