Dresden: Die wahre Geschichte der ersten Milchschokolade der Welt!
Erfahren Sie, wie die erste Milchschokolade 1839 in Dresden von Jordan & Timaeus erfunden wurde, lange vor der Schweizer Variante.

Dresden: Die wahre Geschichte der ersten Milchschokolade der Welt!
In der schokoladigen Geschichte Deutschlands hat Dresden einen ganz besonderen Stellenwert. Hier wurde die erste Milchschokolade der Welt erfunden – und das 36 Jahre bevor die Schweiz ihre Version auf den Markt brachte. Üblicherweise wird der Schweizer Daniel Peter als der Erfinder der Vollmilchschokolade gefeiert, doch eine Entdeckung aus dem Jahr 2011 durch Forscher des Dresdner Wissenschaftlervereins WIMAD e. V. belegt, dass die Wurzeln dieses süßen Genusses in der sächsischen Hauptstadt liegen. T-Online berichtet, dass eine Werbeanzeige vom 22. Mai 1839 im „Dresdner Anzeiger“ mit dem vielversprechenden Titel „Chocolade mit Eselsmilch“ aufwartete, die das Dresdner Schokoladenunternehmen Jordan & Timaeus als Pionier der Milchschokolade auszeichnete.
Die Protagonisten dieser süßen Geschichte sind Gottfried Heinrich Christoph Jordan, geboren am 9. Mai 1791 in Hasserode, und sein Geschäftspartner August Friedrich Timaeus, der 1794 zur Welt kam und bis 1875 lebte. Gemeinsam gründeten sie 1823 in Dresden die erste Schokoladenfabrik Deutschlands, die „Chocolade- und Cichorienfabrik Jordan Timaeus“. Ihre Produktionspalette begann mit Kaffee-Ersatz und Nudeln und erweiterte sich ab 1830 um Schokolade. Die Firma wuchs und machte sich rasch einen Namen; sie wurde zum größten Unternehmen Dresdens mit über 200 Mitarbeitern und Hoflieferant für den sächsischen und österreichischen Königshof.
Rezept und Produktion
Die Milchschokolade von 1839 war eine spannende Mischung aus 60% Kakao, 30% Zucker und 10% Eselsmilch. Ein bisschen anders als die heutige Vollmilchschokolade: Die Kakaomasse wurde gröber gemahlen, was den Geschmack herber und dunkler machte. Auch die Verwendung von flüssiger Eselsmilch führte dazu, dass die Produkte weniger haltbar waren und manchmal einen grauen Schleier auf der Oberfläche bekamen. Bereits in dieser frühen Phase zahlte sich das Experimentieren mit Schokolade aus, wie auch MDR anmerkt.
Die Verkaufszahlen sprechen für sich: Die Schokolade wurde in Tafeln und Täfelchen angeboten, wobei ein Pfund für 1 Thaler zu haben war. Dies stellte einen attraktiven Preis für die Dresdner Bevölkerung dar und sorgte dafür, dass die Schokolade sowohl zum Kochen als auch zum Naschen hohen Anklang fand.
Ein Erbe für die Nachwelt
Der Aufstieg von Jordan & Timaeus endete jedoch, als Timaeus sich 1853 aus dem Geschäft zurückzog. Jordan führte das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1860 fort, wonach seine Witwe die Fabrik übernahm. Interessanterweise blieb die Villa des Fabrikanten in der Alaunstraße 71b in Dresden-Neustadt bis heute erhalten, während der größte Teil des Fabrikgeländes 1934 abgerissen wurde. Straßen in der Umgebung tragen die Namen der beiden Erfinder, die uns bis heute mit ihrem süßen Erbe verbinden.
Die Entdeckung, dass die erste Milchschokolade tatsächlich aus Dresden stammt, stellt nicht nur einen erheblichen Fortschritt in der Schokoladengeschichte dar, sondern ist auch ein Grund zur Freude für alle Schokoladenliebhaber und Geschichtsinteressierte. Die Anfänge dieser köstlichen Delikatesse liegen weit zurück und sind eine bezaubernde Hommage an die Innovationskraft der Dresdner Unternehmer. Schokolade hat hier in Sachsen eine lange und süße Geschichte.